Interview mit Günter Kipper, Geranien-Produzent…

Herr Kipper, Sie produzieren nach wie vor Geranien in grossen Mengen. Sind Sie damit nicht auf dem falschen Dampfer?

Ich denke nicht. Gerade in letzter Zeit stelle ich fest, dass die Nachfrage nach Geranien wieder zunimmt. Das kommt nicht von ungefähr. Ihre üppige Blütenfülle, die Farben- und Formenvielfalt sowie die einfache Pflege haben die Geranien zu dem gemacht, was sie auch heute noch sind: die unangefochtene Nummer eins unter den Balkonpflanzen.

 

Wo sehen Sie als Schweizer Produzent einen Mehrwert gegenüber dem Import?

Es ist nicht zu leugnen, dass man auch im Ausland gute Pflanzenqualität produzieren kann, wenn der Kostendruck nicht zu extrem wird. Das Hauptproblem sehe ich auf dem Weg vom Produzenten bis zum Konsumenten. Stellen Sie sich vor, die Pflanzen gelangen aus optimalen Bedingungen im Gewächshaus erst in einen dunklen Lastwagen, stehen dann häufig herum, mal in der Wärme, mal in der Kälte. Endlich am Verkaufspunkt angelangt, werden sie oft nicht richtig gepflegt und sind Wind und Wetter ausgesetzt. Das geht auf Kosten der Vitalität. Anspruchsvolle Pflanzenfreunde setzen deshalb auf Schweizer Geranien aus dem Fachgeschäft, erkennbar am Signet Schweizer Pflanzen.

 

Gibt es auch bei den Geranien Trends?

Natürlich, in den letzten Jahren haben vor allem panaschierte Sorten oder die Duftgeranien von sich Reden gemacht. Schade nur, dass ihre Blüten so klein sind. Die neuen Edelpelargonien dürften wesentlich mehr Potenzial haben. Bei den klassischen Geranien – egal ob Steher oder Hänger – erfreuen sich vor allem dunkel-purpurfarbene und weisse Sorten steigender Beliebtheit. Ja sogar das klassische Rot ist wieder voll im Trend.